Wer Wäsche im Winter trocknen muss und keinen Trockner hat, hängt sie meist in der Wohnung auf. Das ist erlaubt und alltäglich, aber es bringt viel Feuchtigkeit in die Raumluft, und Feuchtigkeit ist der wichtigste Auslöser für Schimmel. Mit ein paar Regeln bleibt das Risiko klein: höchste Schleuderzahl nutzen, die Wäsche in einem beheizten Raum mit geschlossener Tür aufhängen, regelmäßig stoßlüften und die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer im Blick behalten. Wenn das nicht reicht, ist der Trockner im Waschsalon eine einfache Alternative.
Mit Beginn der Heizperiode wird das Thema für Mieter wieder aktuell. Hier erfährst du, warum Feuchtigkeit zum Problem wird, was du konkret tun kannst und wann es sich lohnt, die Wäsche außer Haus zu trocknen.
Warum ist feuchte Wäsche in der Wohnung ein Problem?
Beim Trocknen verdunstet das Wasser aus der Wäsche und geht als Wasserdampf in die Raumluft über. Auch ohne Wäsche entsteht in einem Haushalt täglich viel Feuchtigkeit: Verbraucherzentralen nennen für einen Vier-Personen-Haushalt etwa 12 Liter am Tag durch Atmen, Duschen und Kochen. Das Umweltbundesamt zählt auch das Wäschetrocknen zu den Feuchtequellen. Kommt dazu eine volle Ladung nasser Wäsche, steigt die Luftfeuchtigkeit schnell.
Schimmel entsteht nicht in der Luft, sondern an kühlen Oberflächen wie Außenwänden, Fensterlaibungen oder Zimmerecken. Dort kondensiert die warme, feuchte Luft. Nach Angaben der Verbraucherzentrale ist Schimmel vorprogrammiert, wenn die relative Feuchte an einer Wand länger als zwei Wochen bei etwa 80 Prozent liegt.
Nach dem Mietrecht gehört das Wäschetrocknen in der Wohnung zur normalen Nutzung. Dazu gehört allerdings, dass du ausreichend lüftest und heizt.
Welche Luftfeuchtigkeit ist in Ordnung?

Als Faustregel gelten in Wohnräumen 40 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit als angenehm und unkritisch. Steigt die Feuchte dauerhaft über etwa 60 bis 65 Prozent, wird es an kalten Wänden riskant. Ein einfaches Hygrometer kostet nicht viel und zeigt dir, ob dein Lüften ausreicht. Besonders wichtig ist es in Schlafzimmern und Räumen mit Außenwänden.
So trocknest du Wäsche in der Wohnung mit geringem Risiko
- Möglichst gut schleudern. Je trockener die Wäsche aus der Maschine kommt, desto weniger Wasser verdunstet im Raum. Nutze eine hohe Schleuderzahl, soweit das Etikett es erlaubt.
- Ein beheizter Raum, Tür zu. Wärmere Luft nimmt mehr Feuchtigkeit auf. Hänge die Wäsche in einen Raum, den du heizt, und schließe die Tür zu kühleren Räumen.
- Nicht im Schlafzimmer. Schlafräume sind oft kühl, und kondensierende Feuchtigkeit setzt sich schnell an der Wand fest.
- Platz zwischen den Teilen lassen. Auf einem überfüllten Wäscheständer trocknet nichts richtig. Lieber zwei Durchgänge als ein Berg.
- Stoßlüften. Das Umweltbundesamt empfiehlt im Winter mehrmals täglich kurzes Stoßlüften: Fenster weit öffnen, etwa 5 Minuten, am besten zwei- bis dreimal am Tag. Dauerhaft gekippte Fenster kühlen die Wand aus und sind dafür ungeeignet.
- Heizung nicht abdrehen. In Räumen mit Wäsche sollte es nicht auskühlen.
- Luftentfeuchter oder Hygrometer. Ein Luftentfeuchter zieht Wasser aus der Luft. Das Hygrometer zeigt, wann du nachlüften musst.
- Wäsche nicht über die Heizung werfen, wenn es sich vermeiden lässt. Das trocknet schnell, aber der Dampf geht in die Raumluft und kühle Ecken.
Was du vermeiden solltest
- Wäsche in einem Raum aufhängen, der nicht gelüftet werden kann
- Wäsche direkt an der Außenwand oder vor der Fensterfront aufhängen
- Fenster dauerhaft auf Kipp stellen
- Nasse Wäsche zusammen mit der restlichen Kleidung im Schrank lagern, bevor sie ganz trocken ist
Kombination: Zu Hause waschen, im Waschsalon trocknen
Eine Lösung, die viele Mieter im Winter nutzen: Die Maschine zu Hause wäscht, der Trockner im Waschsalon übernimmt die feuchten Teile. Das lohnt sich besonders bei Bettwäsche, Handtüchern und anderen großen Teilen, die zu Hause lange brauchen und viel Feuchtigkeit abgeben. Kleine Teile wie Socken und Shirts kannst du weiterhin zu Hause aufhängen.
Bei Waschbar in Heidelberg und Ludwigshafen kostet der Trockner 2,00 € pro 10 Minuten. Eine normale Ladung ist meist nach 20 bis 30 Minuten trocken, das entspricht etwa 4 bis 6 €. Dafür hängt nichts feucht in der Wohnung, und du hast die Wäsche in rund einer halben Stunde fertig. Wer im Waschsalon wäscht und trocknet, braucht gar nicht erst zu Hause aufzuhängen. Mit dem SB-Wasch-Abo sind 10 Trocknergänge mit je 20 Minuten im Monatspreis von 29,99 € enthalten.
Der Waschsalon ist täglich von 06:00 bis 24:00 Uhr geöffnet, auch am Wochenende, und du brauchst keinen Termin. Was in den Trockner darf, steht im Ratgeber Was darf in den Trockner?. Wie sich die Kosten im Vergleich zur eigenen Maschine darstellen, erklärt der Ratgeber Waschsalon oder eigene Waschmaschine.
Erste Hilfe bei Schimmel
Erste Spuren von Schimmel an Fensterlaibung oder Ecke solltest du ernst nehmen, aber nicht in Panik verfallen. Kleine Flächen entfernst du mit geeigneten Mitteln und lüftest danach konsequent. Bei größeren Flächen, wiederkehrendem Befall oder einem muffigen Geruch informiere deinen Vermieter schriftlich und lass die Ursache klären. Das Umweltbundesamt bietet dazu ausführliche Informationen zum richtigen Lüften, unter anderem auf der Seite Freie Lüftung (Luftaustausch über Fenster).
Häufige Fragen zum Wäsche trocknen im Winter
Ist es gefährlich, Wäsche in der Wohnung zu trocknen?
Nicht grundsätzlich, aber es erhöht die Luftfeuchtigkeit. Mit höchster Schleuderzahl, beheiztem Raum, geschlossener Tür und regelmäßigem Stoßlüften bleibt das Risiko gering. Behalte die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer im Auge und lüfte, wenn sie dauerhaft über etwa 60 Prozent liegt.
Wo trocknet man Wäsche im Winter am besten?
In einem beheizten Raum mit Tür zu und der Möglichkeit zu lüften, zum Beispiel im Bad mit Fenster oder einem Arbeitszimmer. Nicht im Schlafzimmer und nicht an kalten Außenwänden. Lasse Abstand zwischen den Teilen und lüfte zwischendurch kurz.
Wie oft sollte ich im Winter lüften, wenn Wäsche trocknet?
Das Umweltbundesamt empfiehlt zwei- bis dreimal täglich Stoßlüften von etwa 5 Minuten mit weit geöffneten Fenstern. Wenn viel Wäsche trocknet, kannst du etwas öfter lüften. Dauerhaft gekippte Fenster sind keine gute Lösung, weil sie die Wand auskühlen.
Wie trockne ich Wäsche ohne Trockner schneller?
Schleudere mit hoher Drehzahl, hänge die Teile mit Abstand auf, trockne in einem beheizten Raum und lüfte regelmäßig. Ein Luftentfeuchter beschleunigt das Trocknen zusätzlich. Dicke Teile wie Handtücher und Bettwäsche trocknest du besser im Trockner.
Lohnt sich der Waschsalon-Trockner im Winter?
Wenn du Platz, Zeit und die Luftfeuchtigkeit in der Wohnung schonen willst, ja. Eine normale Ladung ist bei Waschbar meist nach 20 bis 30 Minuten für 4 bis 6 € trocken. Vor allem Handtücher und Bettwäsche trocknest du so ohne Feuchtigkeit in der Wohnung.
Fazit: Weniger Feuchtigkeit in der Wohnung
Mit gutem Schleudern, beheizten Räumen, Stoßlüften und einem Hygrometer trocknest du auch im Winter sicher in der Wohnung. Für die großen, feuchten Teile ist der Trockner bei Waschbar eine praktische Lösung, die deine Wohnung schont.

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